Berichte  
„Datenschutz geht zur Schule“

Quelle: Der Patriot, 19.02.2020

Initiative macht Jugendliche auf die lauernden Gefahren im Netz aufmerksam

Datenschutz-Experte Jörg Schönwälder weiß genau, wie man die eigene Privatsphäre im Netz schützen kann: Ein gutes Passwort ist dafür die Basis. Foto: Puls

Was die neusten Trends in puncto Social Media, Apps und Internet angeht, wissen Teenager heutzutage häufig besser Bescheid als ihre Eltern. Gedanken über die Gefahren, die beim Surfen im Netz lauern, machen sich die Jugendlichen allerdings häufig nicht. Die Initiative „Datenschutz geht zur Schule“ sensibilisierte Schüler des Ostendorf-Gymnasiums nun genau für dieses Thema.

Von Bastian Puls und Titus Schnitker

Lippstadt – Die Initiative des Berufsverbandes der Datenschutzbeauftragten gibt es bereits seit 2009. Jörg Schönwälder ist Sprecher der Regionalgruppe Gütersloh und besucht im Rahmen des Projektes Bildungseinrichtungen in der Region, um Schülern einen sicheren Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. „Obwohl fast jeder 14-Jährige mittlerweile ein Smartphone besitzt, haben Jugendliche die Gefahr, die diese Vernetzung mit sich bringt, nicht immer auf dem Schirm“, betont Schönwälder. Die Inhalte, die er in den Info-Veranstaltung thematisiert, reichen vom Schutz der eigenen Privatsphäre bis zu rechtlichen Grenzen im Internet (Stichwort Urheberrecht).

Zum Einstieg macht Schönwälder die Zuhörer der 7. Klasse vom Ostendorf-Gymnasium auf die Gefahr der Anonymität im Internet aufmerksam: „Wir haben online so viele Freunde, dass wir eigentlich ein neues Wort für unsere Freunde im echten Leben bräuchten.“ Weil man nie genau wissen könne, mit wem man im Netz eigentlich kommuniziert, sei der Schutz der personenbezogenen Daten von besonderer Wichtigkeit.

Schutz der eigenen Privatsphäre

Nicht nur Kriminelle, auch Firmen können sich private Informationen zunutze machen und beispielsweise gezielt Werbung schalten. Bei der Installation neuer Apps lohne sich deshalb ein Blick in die Nutzungsbedingungen: „Wenn eine App auf meine Kontaktliste im Handy zugreifen möchte, sollte ich von dem Gebrauch vielleicht einfach absehen.“

Um die eigenen Daten auch ganz gezielt besser zu schützen, ist ein sicheres Passwort vonnöten. Dass dies aber nicht unbedingt jeder zu Herzen nimmt, zeigt eine Auflistung der beliebtesten Zugangscodes. Dort steht 123456 nämlich auf Platz eins. Hacker haben in diesem Fall leichtes Spiel. Eine Kombination aus Zeichen und Ziffern sowie Groß- und Kleinbuchstaben ist hier wesentlich sicherer, betont Schönwälder. Zum Schutz der eigenen Privatsphäre solle man zudem davon absehen, für jedes Konto dasselbe Passwort zu nehmen.

Da das Programm auf jüngeres Publikum zugeschnitten ist, spricht Schönwälder auch Folgen der Selbstdarstellung in Sozialen Medien oder Messenger-Diensten wie Snapchat an, klärt außerdem über die möglichen Folgen von „Sexting“ auf. Freizügige Fotos, die man im Vertrauen an den Freund oder die Freundin verschickt, können schnell unfreiwillig einem größeren Publikum zugängig gemacht werden.

„Zu Beginn meiner Arbeit waren die Jugendlichen noch nicht so digital vernetzt wie heute. Hier hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung stattgefunden“, sieht Schönwälder eine steigende Bedeutung in seiner Arbeit. Zumindest am Ostendorf-Gymnasium dürften die Schüler mit ihren Daten in Zukunft ein wenig behutsamer umgehen.

Ein sicheres Passwort

IbeFdFcSO4&baHS sieht zunächst zwar unglaublich kompliziert aus, hat aber ein System: Es handelt sich um eine Eselsbrücke. Der Salat aus Buchstaben und Zahlen steht für: Ich bin ein Fan des FC Schalke 04 und bei allen Heimspielen. Leicht zu merken für den Benutzer, aber schwierig zu knacken für Hacker. Durch die Ergänzung eines Buchstabens (zum Beispiel F für Facebook) kann der Code für unterschiedliche Portale angepasst werden. Da dieses Beispiel in unserer Zeitung erscheint, sollte man sich aber besser eine eigene Eselsbrücke ausdenken.