Leistungsbewertung

Allgemeines Konzept zur Leistungsbeurteilung

Beschluss der Lehrerkonferenz vom 30.11.10    /     Beschluss der Schulkonferenz vom 11.01.11

  Leistungsbewertung

 

I. Allgemeine Grundsätze

Ziel der Leistungsbeurteilung ist es, den Stand des Lernprozesses eines Schülers/ einer Schülerin festzustellen

  • als Basis für eine individuelle Förderung
  • als Basis für eine an den Stärken und Schwächen der Schüler/innen ausgerichtete Unterrichtsplanung der Lehrerinnen und Lehrer
  • um Leistungsbereitschaft, Leistungsentwicklung und Lernmotivation zu stärken
  • als Grundlage für Zeugnisse, Abschlüsse und Zertifikate

Eine Leistungsbeurteilung ist transparent, vergleichbar und gerecht.

II. Allgemeine Regelungen zur Leistungsbewertung: Klassenarbeiten/ Klausuren

1. Schriftliche Arbeiten in der Sek. I (Klassenarbeiten):

Es gelten die an den gesetzlichen Bestimmungen orientierten und durch die jeweilige Fachkonferenz beschlossenen Festlegungen über die Anzahl und den Umfang schriftlicher Arbeiten.
Die Aufgabentypen orientieren sich an den Kernlehrplänen und müssen entsprechend den durch die Fachkonferenzen beschlossenen Regelungen eingesetzt und variiert werden.
Die Termine werden in der Regel zu Beginn eines Halbjahres festgelegt und in die hauseigene Klausurentabelle eingetragen. Die Fachlehrer/innen einer Klasse kontrollieren die gleichmäßige Verteilung unter Berücksichtigung des Jahresterminplans und vermeiden besondere Belastungen. Sie werden den Schülerinnen und Schülern spätestens eine Woche vor dem Termin mitgeteilt.
Notwendige Nachschreibtermine werden von den Fachlehrern/innen geregelt.

2. Schriftliche Arbeiten in der Sek. II (Klausuren, Facharbeiten):

Es gelten die an den gesetzlichen Bestimmungen orientierten und durch die jeweilige Fachkonferenz beschlossenen Festlegungen über die Anzahl und den Umfang schriftlicher Arbeiten.
Die Aufgabentypen orientieren sich an den Zentralen Abiturprüfungen und müssen entsprechend den durch die Fachkonferenzen beschlossenen Prinzipien eingesetzt und variiert werden.
Die Termine werden in der Regel zu Beginn eines Halbjahres durch den Oberstufen-Koordinator in Absprache mit den Kooperationsgymnasien festgelegt und in einer Liste veröffentlicht. Der Oberstufen-Koordinator kontrolliert die gleichmäßige Verteilung unter Berücksichtigung des Jahresterminplans und vermeidet besondere Belastungen. Der Klausurenplan wird den Schülerinnen und Schülern sofort mitgeteilt.
Notwendige Nachschreibtermine werden vom Oberstufen-Koordinator am Ende eines Quartals festgelegt.
Facharbeiten werden in der Jahrgangsstufe 12 geschrieben und ersetzen die erste Klausur im Fach im 2. Halbjahr. Einzelheiten zu den Facharbeiten sind in einer Informationsschrift der Schule festgelegt, die Schülerinnen und Schüler werden in der Regel nach den Herbstferien darüber informiert.
Besondere Formen schriftlicher Leistungen (z.B. in Kunst oder Musik) sind durch die jeweiligen Fachschaften geregelt.

3. Bewertungssystem zu den schriftlichen Arbeiten in der Sek. I:

Allgemeine Kriterien der Bewertung

Die notwendige Differenzierung und Transparenz der Bewertung wird gewährleistet

  • durch einen Erwartungshorizont, der den im Arbeitsauftrag geforderten Leistungsanspruch hinsichtlich der fachbezogenen Kompetenzbereiche festlegt und für Schüler und Eltern nachvollziehbar macht (z.B. durch einen Beurteilungsbogen),
  • durch die Darstellung möglicher Leistungen im Vergleich zu erbrachten Leistungen, um Stärken und Defizite der Einzelleistung deutlich zu machen
  • durch die Erkennbarkeit verschiedener Anforderungsniveaus von Teilaufgaben
  • durch eine nachprüfbare sachgerechte Gewichtung der Zuordnung von Leistungen und Punkten
  • durch eine angemessene Zuordnung von Punkten und Notenstufen:
    Punktzahl in % Noten
    87 – 100% sehr gut
    73 – 86 % gut
    59 – 72 % befriedigend
    45 – 58 % ausreichend
    18 – 44 % mangelhaft
    0 – 17 % ungenügend

Die Einzelheiten regeln die Fachkonferenzen.

4. Bewertungssystem zu den Klausuren in der Sek. II:

Allgemeine Kriterien der Bewertung:

Die Klausuren in der Sekundarstufe II orientieren sich an den Zentralen Abiturprüfungen und bereiten die Schülerinnen und Schüler stufenangemessen aufbauend vor.

Die notwendige Differenzierung und Transparenz der Bewertung wird gewährleistet

  • durch einen Erwartungshorizont, der den im Arbeitsauftrag geforderten Leistungsanspruch festlegt und für Schüler und Eltern nachvollziehbar macht.
  • durch die Darstellung möglicher Leistungen im Vergleich zu erbrachten Leistungen, um Stärken und Defizite der Einzelleistung deutlich zu machen
  • durch die Erkennbarkeit verschiedener Anforderungsniveaus von Teilaufgaben
  • durch eine nachprüfbare sachgerechte Gewichtung der Zuordnung von Leistungen und Punkten
  • durch eine angemessene Zuordnung von Punkten und Notenstufen:

Diese Anforderungen erfüllt ein Beurteilungsbogen orientiert an den entsprechenden Bögen der jeweiligen Zentralen Abiturprüfung im Fach. Gleiches gilt für ein entsprechendes Punkt-Notensystem.

Facharbeiten:

Allgemeine Kriterien der Bewertung:

Wissenschaftspropädeutisches Lernen zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler mit den Prinzipien und Formen selbstständigen Lernens vertraut zu machen. Wissenschaftliche Vorgehensweise und Eigenständigkeit sind daher grundlegende Kriterien für die Bewertung von Facharbeiten.
Die notwendige Differenzierung und Transparenz der Bewertung wird gewährleistet

  • durch die gezielte Beratung der Schülerinnen und Schüler in den obligatorischen und begleitenden Beratungsgesprächen (Finden und Eingrenzen des Themas, Vorgehensweise, Ziele, Gliederung usw.)
  • durch die Informationsschrift, in der die formale Gestaltung der Arbeit detailliert verdeutlicht wird
  • durch eine einheitliche Bewertungsgrundlage, wonach sich die Note folgendermaßen zusammensetzt:
    • zur Hälfte: inhaltlicher Ertrag
    • zu einem Viertel: formale Gestaltung
    • zu einem Viertel: Eigenständigkeit (nachgewiesen durch Beratungsgespräche und Arbeitsprotokoll)
  • durch ein Fachlehrer-Gutachten, das Vorzüge und Defizite detailliert und differenziert darstellt.

III. Allgemeine Regeln zur Leistungsbewertung: Sonstige Mitarbeit

1. Bewertungsbereich „Sonstige Mitarbeit“ in der Sek I und Sek II:

  • Mündliche Beiträge (z.B. Beteiligung am Unterrichtsgespräch, Vortrag eines
    Gruppenergebnisses, Präsentationen, Referate)
  • Schriftliche Beiträge (z.B. schriftliche Übungen, Protokolle, Heftführung u.ä.)

In der Sek I werden Hausaufgaben nicht mit einer Note bewertet, sind aber als Leistungsbeitrag zu berücksichtigen, wie auch das Nichterledigen Folgen hat für die erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht und für die Vorbereitung auf schriftliche Arbeiten. Diese Zusammenhänge sind den Schülern und Eltern bewusst zu machen.

In der Sek.II können auch Hausaufgaben benotet werden.

2. Bewertungskriterien „Sonstige Mitarbeit“ in der Sek.I und Sek II:

Grundsätzlich hat die „Sonstige Mitarbeit“ den gleichen Rang wie die „Schriftlichen Arbeiten“ (Klassenarbeiten und Klausuren). Die Endnote wird aus beiden Bereichen zu etwa gleichen Teilen gebildet, hierbei spielen auch pädagogische Gesichtspunkte eine Rolle, dabei ist auf Gleichbehandlung zu achten.

Die nachfolgenden allgemeinen Kriterien zur Beurteilung und Benotung von Beiträgen zur Mitarbeit im Unterricht können durch die einzelnen Fachschaften spezifiziert werden.

Mitarbeit im Unterricht Leistungsbeschreibung Noten
Die Beiträge nach Aufforderung zeigen, dass der Schüler dem Unterricht nicht folgt. Die Beiträge sind sprachlich bruchstückhaft. Die Leistungen entsprechen den Anforderungen in keiner Weise. Die Kompetenzen sind so lückhaft, dass die Mängel in absehbarer Weise nicht behoben werden können. ungenügend
Beiträge nach Aufforderung sind nur gelegentlich oder nur teilweise angemessen, sie zeigen, dass der Schüler dem Unterricht nicht hinreichend folgt. Die Beiträge sind sprachlich oft nicht präzise und nicht in vollständigen Sätzen. Die Leistungen entsprechen den Anforderungen nicht. Grundkompetenzen sind aber feststellbar, sodass die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können. mangelhaft
Die Beiträge enthalten im Wesentlichen die Reproduktion einfacher Fakten und Zusammenhänge aus dem gerade thematisierten Sachbereich und sind im Wesentlichen richtig. Die Beiträge sind sprachlich einfach, im Wesentlichen verständlich. Die Leistungen haben kleinere Mängel, die nachgewiesenen Kompetenzen entsprechen aber im Ganzen noch den Anforderungen. ausreichend
Im Wesentlichen richtige Reproduktion einfacher Fakten und Zusammenhänge aus dem gerade thematisierten Sachbereich. Einfache Verknüpfung mit übergeordneten Gesichtspunkten der Unterrichtsreihe. Die Beiträge sind sprachlich in der Regel in Lexik und Syntax angemessen. Die Leistungen entsprechen den Anforderungen im Allgemeinen. Wesentliche Kompetenzen werden in den Unterricht eingebracht. befriedigend
Die Beiträge zeigen Verständnis schwieriger und komplexer Zusammenhänge, unterscheiden zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, knüpfen an Vorwissen an. Die Beiträge sind sprachlich differenziert, ausführlich und präzise. Die Leistungen entsprechen den Anforderungen voll. Vielfältige Kompetenzen werden nachgewiesen und angewandt. gut
Die Beiträge zeigen ein ausgeprägtes Problemverständnis, eigenständige gedankliche Leistungen und differnziertes und begründetes Urteilsvermögen. Die Beiträge sind sprachlich komplex, differenziert, variantenreich und präzise. Die Leistungen entsprechen den Anforderungen in besonderem Maße. Es werden umfangreiche Kompetenzen nachgewiesen und angewandt. sehr gut

Zu beachten ist, dass eine rein rechnerische Ermittlung der Noten nicht zulässig ist und auch pädagogische Erwägungen zur Notenbildung herangezogen werden.

Die Fachlehrer/innen halten Bewertungen der Sonstigen Mitarbeit in einer geeigneten schriftlichen Dokumentation regelmäßig fest.

3. Bewertungsbereich „Offene Arbeitsformen“

Innerhalb der Sonstigen Mitarbeit sind offene und kooperative Arbeitsformen ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Selbstständigen Lernens und der Teamfähigkeit. Die Bewertung und Benotung von Leistungen in diesem Bereich sind naturgemäß schwierig, aber auch hier müssen die oben genannten allgemeinen Prinzipien der Leistungsbewertung umgesetzt werden.

Allgemeine Kriterien der Bewertung:

Die Bewertung von Gruppenarbeiten berücksichtigt die Faktoren

  • Prozess
  • Produkt
  • Präsentation

wobei die Note sich zusammensetzt aus der Hälfte für das Produkt und zu je einem Viertel für Prozess und Präsentation.

Gruppen-Referate, Projektarbeit, Gruppenvorträge:
Die unten angegebenen Kriterien gelten vor allem für längere Gruppenarbeitsphasen oder umfangreichere Hausaufgaben in der Sek. II, die Kriterien sind aber modifiziert auch anzuwenden auf Gruppenarbeitsphasen im Unterricht auch in der Sek. I.

Bewertungsbereich „Prozess“:
Dieser Bewertungsbereich ist für den Lehrer nicht immer einsichtig, deshalb kann hier der Faktor Gruppenbeurteilung mit einbezogen werden.
Kriterien sind dabei die Leistungen des einzelnen Gruppenmitglieds bei

  • Themafindung / Themaverständnis,
  • Planung und Aufteilung der Arbeit /der Aufgaben (z.B. Arbeits- und Zeitplan)
  • Beschaffung von Material
  • Zusammenarbeit in der Gruppe
  • Bedeutsamkeit der Teilleistung für das Gesamtprodukt

Wenn Gruppenmitglieder sich untereinander beurteilen (z.B. in einem Bewertungsbogen) berücksichtigen die Fachlehrer/innen diese Beurteilung in ihrer Teilnote „Prozess“, die zu einem Viertel in die Endbenotung des einzelnen Schülers eingeht.

Bewertungsbereich „Produkt“:
Die Kriterien dieses Leistungsbereichs richten sich nach den fachlichen und methodischen Anforderungen des Fachs und werden vom Lehrer bewertet, in einer Note zusammengefasst, die zur Hälfte in die Endbenotung des einzelnen Schülers eingeht. Kriterien der Bewertung des Produkts sind im Einzelnen:

  • Richtigkeit gemäß den fachlichen Anforderungen
  • sinnvolle Gliederung
  • schlüssige Entfaltung der Zusammenhänge
  • selbstständiges, begründetes Urteil
  • (fach)sprachlich angemessene Darstellung

Die Fachlehrer/innen berücksichtigen die Teilleistung „Produkt“ zur Hälfte für die Endnote.

Bewertungsbereich „Präsentation“:
Sinnvoll ist eine arbeitsteilige Präsentation. Bewertet wird sie nach den Leistungen gemäß

  • der Gestaltung des Vortrags
  • der verwendeten Hilfsmittel (Folie, Powerpoint u.ä.)
  • der Ergebnisvermittlung / Ergebnissicherung für die gesamte Lerngruppe

Die Leistungen in diesem Bereich werden vom Lehrer, bei dem die alleinige Verantwortung für die Notenbildung liegt, zu einer Note zusammengefasst, die zu einem Viertel in die Endbenotung des einzelnen Schülers eingeht.

IV. Mitteilung von Leistungsnoten:

Die Fachlehrer/innen geben zu Beginn eines Schuljahres bzw.-halbjahres die Kriterien der Leistungsbeurteilung in ihrem Fach bekannt und dokumentieren das im Klassen – /Kursheft. Jeweils am Quartalsende geben die Fachlehrer/innen den Schülern eine Rückmeldung über den Leistungsstand. Auf Zwischenanfragen von Eltern ( bei Schülern unter 18 Jahren) und Schülern teilen die Fachlehrer/innen spätestens nach zwei Tagen / in der nächsten Unterrichtstunde den Leistungsstand mit.

Bei Bekanntgabe der Noten werden die Datenschutzbestimmungen eingehalten.