Berichte  
CONNECT – Erasmuskonferenz an der Europaschule Ostendorf-Gymnasium

Anfang Dezember war die Europaschule Ostendorf-Gymnasium Gastgeberin der Erasmus-Konferenz mit Teilnehmenden aus Uppsala (Schweden), El Escorial (Spanien) und Uden (Niederlande) im Rahmen des Projekts CONNECT. Im Vorfeld hatten alle Gruppen eine sogenannte Culture Box vorbereitet – einen Koffer mit typischen Gegenständen aus dem jeweiligen Heimatland. Im Koffer unserer Schüler*innen fanden sich neben der Lippischen Rose unter anderem auch ein Trikot der Fußballnationalmannschaft sowie Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“. Bei einem Museumsrundgang in gemischten Gruppen präsentierten die jeweiligen „Expert*innen“ ihre Objekte und Geschichten und tauschten sich über kulturelle Besonderheiten aus. Diese Erkenntnisse dienten später als Grundlage für die Entwicklung von Brettspielen mit Fragen zu den vier Partnerländern.

Ganz im Sinne des Projekttitels CONNECT stand auch beim Besuch des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster die Teamarbeit im Mittelpunkt. Nach der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem von Franz Marc und August Macke gestalteten Wandbild „Paradies“ aus dem Jahr 1912 gestalteten die Schülerinnen und Schüler ein Gemeinschaftskunstwerk auf einer großen Papierbahn. Dabei ging es weniger um künstlerisches Talent als vielmehr um Kompromissbereitschaft, Kommunikation und lösungsorientiertes Denken – mit sehenswerten Ergebnissen.

Ein weiterer Programmpunkt führte die Teilnehmenden in den Friedenssaal in Münster. Dort erinnerten sie sich an die 1648 geschlossenen Friedensverträge zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges – ein zentrales Ereignis der europäischen Geschichte. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit, die Rolle der eigenen Nation im historischen Kontext zu reflektieren, da die Schicksale Spaniens, der Niederlande und Schwedens eng mit dem Westfälischen Frieden verknüpft sind.

Ein besonderes Highlight der Woche war der interkulturelle Abend rund um die Themen Weihnachten und Neujahr, der von den Schülergruppen gemeinsam mit ihren Lehrkräften sorgfältig vorbereitet worden war. Zunächst stellten Präsentationen die wichtigsten Bräuche der Partnerländer vor. Danach wurde es praktisch: Die schwedische Gruppe brachte Musik und Kostüme für eine Santa-Lucia-Prozession mit, die deutschen Gastgeber erklärten die Tradition des Wichtelns, die niederländischen Gäste organisierten eine „Piet-Challenge“, und mit Unterstützung der spanischen Schülerinnen und Schüler lernten die Teilnehmenden den Silvesterbrauch der „zwölf Trauben“ kennen – als Symbol für Glück und Wohlstand im kommenden Jahr.

Neben der inhaltlichen Arbeit, die natürlich auf Englisch stattfand, standen auch das gegenseitige Kennenlernen sowie Einblicke in andere Schulsysteme und Kulturen im Fokus. Lernende und Lehrende hospitierten im Unterricht, und ein gemeinsamer Besuch des Weihnachtsmarkts in Soest inklusive Eisstockschießen sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss, ein harmonisches Miteinander und viele neue Freundschaften.