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Ostendorf-Schülerin gewinnt Wettbewerb des Europaministers
Quelle: Der Patriot, 25.04.2026
Lippstadt – „Think before you share“ heißt der Kurzfilm, mit dem Erina Xhafa den Schülerwettbewerb EuroVisions gewonnen hat. Den Beitrag hat die Zehntklässlerin im Rahmen des Unterrichts im Fach Europa des Ostendorf-Gymnasiums entwickelt.
„Checkst Du?! Aktiv gegen Fake News in Europa!“ war der Wettbewerb, den das Land NRW seit 2006 ausrichtet, überschrieben. Das Thema Fake News ist eh ein wichtiges an der Europaschule Ostendorf-Gymnasium, so Janine Brand, die das Fach Europa unterrichtet. Aber es in Film oder Fotos (wofür sich auch einige Mitschüler entschieden) umzusetzen, ist noch einmal eine andere Herangehensweise. Fünf Wochen hatten die Schüler Zeit, ihren Wettbewerbsbeitrag vorzubereiten. Während einige sich zu zweit an die Arbeit machten, ging Erina das Thema lieber allein an.
„Krass, wie schnell sowas passiert, oder? Ein Klick, und schon bricht die Panik aus.“
Stimme aus dem Off im Kurzfilm „Think before you share“
„Ich wollte es wie einen Kurzfilm machen – eine Sequenz sollte mich selbst zeigen, beim Scrollen auf Tik Tok. Eine Alltagssituation“, erklärt Erina. Beim Filmen half ihre Schwester.

Ostendorf-Schülerin Erina Xhafa erklärt Europaminister Nathanael Liminski (l.) wie die Idee zu ohrem Kurzfilm „Think before you share“ entstanden ist.
Auch die Lehrerin gab eine Eins
Weiter geht die Handlung so: Die Meldung „Neues Virus entdeckt“ ploppt auf, sie teilt den Beitrag fleißig, betroffene Kommentare kommen zurück – dabei ist die Nachricht gar nicht wahr. Aus dem Off kommt ein Kommentar: „Krass, wie schnell sowas passiert, oder? Ein Klick, und schon bricht die Panik aus.“ Erina erklärt: „Ich weiß noch, dass während der Corona-Pandemie auch viele falsche Infos kursierten. Ich hatte damals Angst und ich hätte auch Angst, wenn es wieder passiert.“ Am Ende des Films gibt Erina Tipps, wie man Fake News erkennen kann. „Am Ende liegt es an dir. Think, before you share“, rät die Stimme aus dem Off. Denk nach, bevor du teilst.

Zu Beginn von Erinas Kurzfilm steht eine Sequenz, in der sie beim Scrollen auf Tiktok auf die Nachricht „Neues Virus entdeckt“ stößt.
Dass Erina tatsächlich in ihrer Kategorie – Kurzfilme in der Sekundarstufe I – gewonnen hat, überraschte ihre Lehrerin wenig. „Ich habe schon bei der Abgabe gedacht, dass es was werden könnte“, sagt Janine Brand. „Der Film war inhaltlich und von der Umsetzung her herausragend.“ Die 15-Jährige hatte im Film die Unterrichtsergebnisse mit berücksichtigt und auch die Anstrengungen, die die EU im Kampf gegen Fake News unternimmt. Den Bezug zur EU und auch die Schnitttechnik lobte denn auch der Europaminister. Die hat sich Erina selbst beigebracht, mit Tutorials, die sie bei Tiktok fand. Benutzt hat sie die App CapCut. Für den Film hatte Erina schon eine Eins bekommen, für die schriftliche Ausarbeitung eine Zwei. Dabei hat sie für die Erstellung des Films nur wenige Stunden benötigt.
Während der Preisverleihung in der Staatskanzlei in Düsseldorf – zu der Erina von Vater, Freundin und Lehrerin begleitet wurde – musste sie ihren Film vorstellen. „Vorher war ich ziemlich nervös“, gibt Erina zu. „Der Minister war aber sehr nett und menschlich.“ Das gab ihr Selbstvertrauen.
Dafür nutzt Erina das Preisgeld
Mit der Auszeichnung verbunden ist auch ein Preisgeld von 750 Euro. Die Summe will Erina zunächst sparen. „Wenn ich etwas sehe, was mich weiterbringt, werde ich das Geld dafür ausgeben.“ Zum Beispiel für eine Kamera.
Es ist nicht das erste Mal, dass Erina einen Schülerwettbewerb gewonnen hat. Bereits vor zwei Jahren heimste sie gemeinsam mit einer Mitschülerin einen Siegerpreis für ihren Filmbeitrag zu „Begegnung in Osteuropa“ ein. Inzwischen kann sie sich deshalb auch vorstellen, ihr Talent später auch zum Beruf zu machen – als Cutterin oder Regisseurin.


